New Work Denkfehler #2: Über New Work reden ist wie New Work leben

Liebe Chefs,

New Work klingt gut. Nach Innovation. Nach neuen Ideen. Nach Eigeninitiative.

Und in vielen Unternehmen wird genau das von ganz oben laut propagiert:

  • „Wir müssen uns verändern und wollen, dass unsere Mitarbeiter mitdenken und mitgestalten.“
  • „Neue Ideen sind ausdrücklich erwünscht. Denn wenn alles so bleibt, wie es ist, fahren wir irgendwann gegen die Wand.“
  • „Wir brauchen neue Wege und mehr Eigeninitiative.“

Und natürlich wird auch alles zur Verfügung gestellt:

Tischtennisplatten.
Neue Apps.
Modernes Bürodesign.

Alles da fürs Hochglanzmagazin.

Nur eines fehlt: echte Entscheidungsfreiheit.

Wie das zarte Pflänzchen New Work zunichte gemacht werden kann

Ausgangslage: Eine neu gegründete Niederlassung in einer neuen Region.

Die bisherigen Vertriebskanäle? Kaum wirksam.
Der Auftrag? Mehr Sichtbarkeit.

Und dann passiert genau das, was passieren soll:
Das Team übernimmt Verantwortung und eine Idee entsteht.

Ein kostenloses Abendformat mit einem externen Experten.

Das Ziel:
Kontakte knüpfen. Sichtbarkeit aufbauen. Vertrauen schaffen. Potentielle Kunden kennenlernen.

Der Aufwand? Überschaubar
Das Risiko? Minimal.
Die Resonanz? Überraschend stark, innerhalb kürzester Zeit erste Anmeldungen aus der Region.

Und dann greift die Führung ein.

Nicht das Team stoppt die Idee. Nicht der Markt lehnt sie ab.
Kritische Stimmen aus der Führung blockieren plötzlich mit bekannten Argumenten:

„Bringt nichts.“
„Kein Umsatz.“
„Sinnlos.“
„Verlorene Arbeitszeit.“

Diejenigen, die eigentlich ermöglichen sollten, beenden die Idee, bevor sie sich überhaupt entwickeln kann. Nicht, weil sie schlecht ist, sondern weil sie nicht sofort messbar ist und nicht ins gewohnte Steuerungsmodell passt.

Mit einer fast schon zynischen Nebenwirkung: Die ersten potenziellen Kunden werden enttäuscht, die man vorher so dringend gewinnen wollte.

An welcher Stellschraube hakt´s hier?

Viele Unternehmen glauben, sie leben New Work, weil sie darüber sprechen. New Work braucht jedoch nicht nur mutige Mitarbeiter mit Eigeninitiative, die umsetzen, sondern an erster Stelle Führungskräfte, die ihnen den Rücken freihalten.

Was ist in dem Beispiel passiert?
Erst Begeisterung. Dann Gegenwind. Dann Stille ohne Alternativen.

Echte Innovation bedeutet:

  • Unsicherheit
  • fehlende Planbarkeit
  • keine sofortigen Ergebnisse

Und genau das widerspricht dem, worauf viele Führungssysteme ausgerichtet sind:

  • Effizienz
  • Kontrolle
  • kurzfristige Kennzahlen

Deshalb entsteht ein Widerspruch, den sich viele nicht eingestehen:
Man will Innovation, aber ohne die Folgen in Kauf zu nehmen.

Und die Moral von der Geschicht’:

Ohne das richtige Mindset in der Führung ist für New Work kein Land in Sicht.
Entscheidet euch: Wollt ihr echte Veränderung oder nur darüber reden?
Beides gleichzeitig funktioniert nicht.